Blog: Landwirtschaft ist… nachhaltige Wärme aus eigener Hand

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Warum unser stillster Arbeitsplatz voller Leben steckt, und was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat

Wenn man über Landwirtschaft spricht, denken viele an Traktoren, Tiere oder Felder. Aber für uns gehört auch ein anderer Ort ganz selbstverständlich dazu: der Wald. Still, kühl, duftend nach Moos und Harz, und doch ein aktiver Teil unserer Arbeit.

6 Hektar Verantwortung

Unser Hof umfasst rund 6 Hektar Wald, ein lebendiges Ökosystem, das wir in Eigenregie pflegen und bewirtschaften. Das bedeutet: wir sägen, pflanzen, entasten, bergen, oft mitten im Winter, wenn die Bäume ruhen. Gerade im Winter 2024/25 war viel zu tun: Ein Sturmereigniss im Sommer 2024 hatte etliche Bäume entwurzelt oder beschädigt, die nun sicher geborgen werden mussten.

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Bild: Der Sturm hinterlies seine Spuren, doch beginnt bereits die Aufforstung mit Eichen, Feldahorn und Hainbuche.

Doch für uns ist der Wald mehr als ein Holzlieferant. Er ist ein Ort der Verantwortung, gegenüber der Natur, den kommenden Generationen und unseren Besucher*innen.

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte der Nachhaltigkeit

Das Wort „Nachhaltigkeit“ wird heute oft verwendet, doch seine Wurzeln liegen genau hier, im Wald. Bereits im 18. Jahrhundert forderte der sächsische Forstbeamte Hans Carl von Carlowitz in seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“, man solle nicht mehr Holz fällen, als nachwachsen kann.

Dieser Gedanke war revolutionär, und wurde zum Grundstein für den Begriff, wie wir ihn heute kennen.

Für uns bedeutet das konkret: Wir entnehmen dem Wald nur das, was er von sich aus hergibt, sei es durch natürliche Alterung, durch Sturm oder gezielte Pflege. Jeder Schnitt geschieht mit Bedacht. Damit der Wald auch in Zukunft Heimat, Schutz und Ressource bleibt.

Holz mit Herkunft – Wärme mit Wert

Das Holz, das wir aus dem Wald holen, hat viele Verwendungen:

  • Brennholz heizt unser Zuhause oder wird verkauft – regionaler geht’s nicht.

  • Stalleinrichtung, Zäune, Pfähle – vieles auf dem Hof stammt aus dem eigenen Wald.

  • Nutzholz geht an eine Sägerei in der Region, wo es weiterverarbeitet wird.

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Bild: Eigenes Brennholz steht bereit für uns und den Verkauf

Lebensraum und Rückzugsort

Unser Wald ist nicht nur Rohstofflieferant, sondern vor allem Lebensraum. Rehe, Füchse, Spechte, Käuze, sie alle finden hier Schutz. Genauso wie Wildbienen, Pilze und zahllose Pflanzenarten, die nur im halbschattigen Unterholz gedeihen.

Und auch wir selbst schöpfen Kraft hier. An heissen Sommertagen wird der Wald zur grünen Oase, zur natürlichen Klimaanlage, zum Ort der Stille. Besucher*innen sind herzlich eingeladen, diesen Kraftort selbst zu erleben, ein Spazierweg führt durch den Wald, auch wenn er als Sackgasse endet. Die Ruhe beginnt ohnehin nicht am Ziel, sondern mit dem ersten Schritt zwischen den Bäumen.

Unsere eigene Tradition: der Weihnachtsbaum vom Hof

Schon bevor wir den Hof selbst bewirtschaftet haben, war eines für uns klar: Unser Weihnachtsbaum kommt aus dem eigenen Wald. Zugegeben, es war selten der schönste im klassischen Sinne. Aber er war immer besonders. Noch heute ziert jedes Jahr ein Baum aus unserem Wald den Hof während der Adventszeit. Ein kleines, stacheliges Symbol für unsere Verbindung zur Natur, und unsere Geschichte mit ihr.

Unser Wald zeigt viel, über unseren Umgang mit Natur, über Kreisläufe, über Verantwortung. Und über das, was Landwirtschaft sein kann, wenn man tiefer blickt.

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